Das Schicksal eines Gebäudes entscheidet sich grösstenteils in den ersten Wochen. Was wir am Planungstisch durchdenken, läuft auf der Baustelle reibungslos; was dort offen bleibt, kostet auf der Baustelle Geld und Zeit. Diesen Zusammenhang zeigt die MacLeamy-Kurve – und deshalb arbeiten wir so, wie wir arbeiten.

Was zeigt die Kurve?

Das Diagramm veröffentlichte 2004 der amerikanische Construction Users Roundtable (CURT) in einem Fachpapier über die Zusammenarbeit von Planung und Bau; bekannt gemacht hat es der Architekt Patrick MacLeamy, daher trägt es seinen Namen. Es stellt vier Kurven nebeneinander:

  • die Einflussmöglichkeit: Am Anfang eines Projekts lässt sich noch fast alles ändern, mit grosser Wirkung auf Kosten und Nutzbarkeit – diese Möglichkeit nimmt mit der Zeit rasch ab;
  • die Kosten einer Änderung: Was am Anfang ein durchgestrichener Strich ist, bedeutet später Umplanung, Rückbau, Neuproduktion – der Preis einer Änderung steigt mit der Zeit steil an;
  • den herkömmlichen Ablauf: Der Grossteil der Planungsarbeit fällt spät an, in der Ausführungsplanung, wenn Änderungen bereits teuer sind;
  • den vorgeschlagenen Ablauf: Der Schwerpunkt der Arbeit rückt nach vorne, dorthin, wo Entscheidungen noch günstig sind und grosse Wirkung haben.

Früher zwei Drittel Bau, heute zwei Drittel Planung

Nach unserer Erfahrung entfiel auf einer herkömmlichen Baustelle etwa ein Drittel der gesamten Projektdauer auf die Planung und zwei Drittel auf die Ausführung. Bei vorgefertigtem Brettsperrholz- und Modulbau kehrt sich das um: etwa zwei Drittel Planung und nur ein Drittel Bau.

Veranschaulichung: herkömmlicher Bau etwa 1/3 Planung und 2/3 Ausführung, vorgefertigter Brettsperrholzbau etwa 2/3 Planung und 1/3 Ausführung Herkömmlich Planung Ausführung vor Ort Vorgefertigt (CLT) Planung und Werkplanung Montage veranschaulichende Anteile – je nach Projekt verschieden

Die Fachliteratur bestätigt das. Nach einem Handbuch zur Planung mehrgeschossiger Holzbauten müssen wichtige Entscheidungen im Holzbau wegen der Vorfertigung früher getroffen werden als im herkömmlichen Bau; die Produktion modularer Elemente verlangt schon in der frühen Phase endgültige Entscheidungen, und nachträgliche Korrekturen auf der Baustelle sind kaum möglich. Die längere Planung wird jedoch in der Regel durch die kürzere Bauzeit ausgeglichen: Ein Teil der auf der Baustelle gesparten Zeit ist in sorgfältige Planung zu investieren.

Was haben Sie davon?

  • Präzision. Die Elemente werden aus dem 3D-Modell auf computergesteuerten Maschinen gefertigt – mit Öffnungen und Durchbrüchen. Was im Plan steht, kommt auf die Baustelle.
  • Weniger Probleme vor Ort. Kollisionen, fehlende Durchführungen und fragliche Anschlüsse zeigen sich im Modell, nicht unter dem Kran.
  • Kürzere, ruhigere Bauzeit. Die Montage ist kurz, trocken und schnell; nach einer internationalen Analyse kann der Modulbau die Bauzeit um 30–50 % verkürzen.
  • Planbare Kosten und Termine. Was rechtzeitig entschieden ist, führt nicht zu nachträglichen Änderungen – und späte Änderungen sind die teuersten.

Die gesamte Projektdauer ist so nicht länger – sie verteilt sich nur anders: auf den Planungstisch, wo sich ein Fehler noch mit einem Klick beheben lässt.

Was bedeutet das für Sie?

  • Beziehen Sie uns früh ein. Am meisten helfen wir im Konzept, wenn Tragsystem, Spannweiten und Plattenaufteilung noch frei gestaltbar sind.
  • Planen Sie genug Planungszeit ein. Die Planungsphase wird länger sein als vom herkömmlichen Bau gewohnt – das sollte im Terminplan von Anfang an festgehalten werden.
  • Entscheiden Sie rechtzeitig. Vorfertigung verträgt keine Änderungen unterwegs; was vor Produktionsbeginn entschieden ist, läuft reibungslos.
  • Lassen Sie das Team zusammenarbeiten. Auch die Fachliteratur empfiehlt, Holzbau-Fachwissen schon in der frühen Planungsphase ins Team zu holen – nicht erst nach der Vergabe an den Unternehmer.

Wie wir Sie unterstützen

Deshalb verlagern wir den grösseren Teil der Arbeit an den Anfang der Planung: Wir bauen das Gebäude zuerst in einem gemeinsamen 3D-Modell und klären jede Frage dort, wo eine gute Entscheidung noch am günstigsten ist. Mehr dazu auf der Seite So arbeiten wir.