Häufige Fragen
Was uns Bauherrschaften am häufigsten zu Bauten aus Brettsperrholz (CLT) fragen – kurz beantwortet, mit Quellen. Wenn Ihre Frage nicht dabei ist, schreiben Sie uns.
Sicherheit und Dauerhaftigkeit
Wie brandgefährlich ist ein Gebäude aus Brettsperrholz?
Holz brennt, aber berechenbar: An der Oberfläche bildet sich eine Holzkohleschicht, die den Abbrand verlangsamt und den inneren Querschnitt schützt. Deshalb lässt sich der Feuerwiderstand einer Brettsperrholzkonstruktion mit einem genormten Verfahren berechnen – nach dem neuen Eurocode 5 für bis zu 120 Minuten.
Die Brandverhaltensklasse (D-s2, d0) entspricht der von Vollholz und Brettschichtholz. Wo die Anforderungen strenger sind, helfen Gipsplattenbekleidungen oder brandhemmende Beschichtungen. Die Brandschutzplanung erstellen wir mit einem Partnerbüro, das Brettsperrholz kennt. Mehr dazu: der neue Eurocode 5 und Brettsperrholz.
Wie lange hält eine Konstruktion aus Brettsperrholz?
Wenn sie trocken bleibt, sehr lange. Brettsperrholz darf nur in den Nutzungsklassen 1 und 2 eingesetzt werden – an beheizten oder überdachten, geschützten Orten; dort bleibt die Holzfeuchte unter 20 %, sodass holzzerstörende Pilze es nicht befallen und auch mit Insektenschäden nicht zu rechnen ist.
Ein gutes Beispiel dafür, dass ein gut geschützter Holzbau Jahrhunderte übersteht, ist der siebengeschossige hölzerne Kornspeicher in Geislingen, erbaut 1445. Der Schlüssel ist die Planung: Die Konstruktion muss dauerhaft vor Feuchte geschützt werden.
Bauphase
Wie wirkt sich Regen während der Bauphase auf Brettsperrholz aus?
Ein kurzer Schauer schadet nicht, aber Brettsperrholz muss von der Lieferung bis zum Einbau und bis zur Fertigstellung des endgültigen Wetterschutzes vor Feuchte geschützt werden: Eingebaute Elemente werden abgedeckt, gelagerte Elemente vom Boden abgehoben unter Planen aufbewahrt.
Die Transportfolie muss rasch entfernt werden, weil sich darunter Kondenswasser bilden und Bläue oder Schimmel entstehen kann. Wird ein Element doch durchnässt, muss es rasch, aber schonend getrocknet werden, und während der Estrich- oder Verputzarbeiten ist gut zu lüften. Den Feuchteschutz planen wir zusammen mit der Produktion und der Montagereihenfolge.
Kann für Brettsperrholz jede Schraube verwendet werden?
Nein. Brettsperrholzelemente werden meist mit selbstbohrenden Vollgewinde- oder Teilgewindeschrauben verbunden, aber eine Schraube verhält sich im Brettsperrholz anders als im Vollholz – wegen der Fugen und der Querlagen.
Deshalb dürfen nur Verbindungsmittel verwendet werden, deren Tragfähigkeit für Brettsperrholz durch eine Europäische Technische Bewertung (ETA) nachgewiesen ist, und jeder Anschluss muss statisch bemessen werden. Typ, Anzahl und Anordnung legt die Planung fest – auf der Baustelle dürfen sie nicht ausgetauscht werden.
Gehört die Verbindungsmittelplanung zur Ausführungsplanung?
Aus unserer Sicht ja. In Ungarn, wo unser Büro seinen Sitz hat, muss die Ausführungsdokumentation Bezeichnung, Lage, Abmessungen und technische Eigenschaften jedes eingebauten Materials, Bauteils und Produkts eindeutig festlegen (Regierungsverordnung 191/2009, § 22 Abs. 3). Bei geschraubten, genieteten, geschweissten oder geklebten Tragwerken gehören Anschlussdetails im Massstab 1:20 zur Tragwerksplanung – das gilt auch für Brettsperrholz, das aus verklebten Elementen mit geschraubten Anschlüssen besteht. In anderen Ländern gelten die nationalen Vorschriften.
Der neue Ausführungsteil des Eurocode 5 (EN 1995-3:2025) bestätigt dies europaweit: Vor der Ausführung müssen auf der Baustelle die Pläne, die technische Beschreibung und eine auf Vollständigkeit geprüfte Ausführungsspezifikation vorliegen.
Zur Ausführungsstatik erstellen wir auch die Anschlussdetails, und in der Werkplanung geben wir die Verbindungsmittel elementweise mit Materialliste an.
Kann man Treppen aus Brettsperrholz bauen?
Ja. Aus Brettsperrholz entstehen nicht nur Wände, Decken und Dächer, sondern auch Treppenläufe, Balkonplatten, Stürze und Stützen. Wie die anderen Elemente wird der Treppenlauf im Werk auf Mass gefertigt.
Auf eines ist aber zu achten: Brettsperrholz besteht aus Fichte, also aus Nadelholz, und Trittstufen nutzen sich stark ab. Eine Treppe aus Brettsperrholz braucht deshalb einen verschleissfesten Belag, zum Beispiel aus Hartholz (Eiche oder Buche) – nicht zufällig ist auch Parkett meist aus Hartholz. Das Brettsperrholz bildet das Tragwerk, der Belag die dauerhafte, schöne Lauffläche.
Die Konstruktion der Treppe – Brettsperrholz, Stahlbeton oder Gipsbeton – sollte schon im Konzept festgelegt werden.
Komfort und Haustechnik
Wie ist der Schallschutz in einem Haus aus Brettsperrholz?
Gut, wenn er gut geplant ist. Ein Brettsperrholzelement ist leicht und steif und reicht allein für den Schallschutz nicht aus – das gute Ergebnis liefert der Schichtaufbau.
Bei Wänden wird ein guter Luftschallschutz mit zwei- oder mehrschaligen Aufbauten und einer biegeweichen Vorsatzschale erreicht, die zugleich als Installationsebene dient. Bei Decken unterbrechen schwimmender Estrich, Trittschalldämmung und bei Bedarf eine Beschwerung oder eine abgehängte Decke den Schallweg – so kann der Trittschallschutz auch strengere Anforderungen übertreffen. Die akustische Bemessung übernimmt unser Partnerbüro.
Welche Wärmedämmung passt zu einem Haus aus Brettsperrholz?
Brettsperrholz lässt sich aussen wärmebrückenfrei dämmen, mit vielen Materialien: Holzfaser- oder Mineralwolldämmung, einem Wärmedämmverbundsystem oder einer hinterlüfteten Fassade. Innen kann eine gedämmte Installationsebene die Dämmung weiter verbessern – Aufbauten auf Passivhausniveau sind keine Seltenheit.
Feuchtetechnisch wirkt Brettsperrholz dampfbremsend (μ = 30–80), deshalb kann je nach Aussenschichten auf eine innere Dampfbremse sogar verzichtet werden – das ist für jeden Aufbau rechnerisch nachzuweisen. Die hohe Wärmespeicherfähigkeit des Holzes sorgt im Sommer für ein angenehmeres Raumklima.
Lässt sich in einem Gebäude aus Brettsperrholz eine Fussboden- oder Deckenheizung bzw. -kühlung einbauen?
Ja. Die Rohre der Fussbodenheizung liegen im Estrich oder im Trockenestrichsystem auf der Brettsperrholzdecke, nicht im Holzelement selbst; die Zusatzlast berücksichtigt die statische Berechnung. Bei Deckenheizung oder -kühlung liegen die Paneele in der Installationsebene oder in einer abgehängten Decke.
In der ersten Heizperiode sollte man schrittweise heizen und lüften, damit das Holz langsam seine endgültige Feuchte erreicht – so entstehen weniger Schwindrisse.
Oberfläche und Erscheinungsbild
Wie sieht eine sichtbare Brettsperrholzoberfläche aus?
Brettsperrholz ist ein tragendes Bauteil, keine Möbelplatte. So wie man bei Sichtbeton die Schalungsstösse und Befestigungspunkte sieht, sieht man bei sichtbarem Brettsperrholz die Elementstösse und die Fugen zwischen den Brettern. Das ist ein natürlicher Teil der Konstruktion, kein Mangel.
Die Fertigungsgenauigkeit entspricht dem: Nach dem Merkblatt beträgt die Toleranz für Dicke und Breite ±2 mm, für die Länge je nach Abmessung ±3–5 mm. Für ein Bauteil ist das eine ausgezeichnete Genauigkeit, aber keine Möbelschreiner-Genauigkeit.
Holz trocknet nach dem Einbau weiter, deshalb können an der Oberfläche Schwindrisse auftreten. Das gilt für jedes Vollholzprodukt und beeinflusst die Tragfähigkeit nicht.
Wenn Sie eine Oberfläche in Möbelqualität wünschen: Wir bestellen das Brettsperrholz in Nicht-Sicht-Qualität und bringen am Ende der Bauzeit auf der Sichtseite eine dünne Dreischichtplatte in bester Oberflächenqualität an. Die dünnsten Platten sind etwa 12–13 mm dick. So ist die Oberfläche einheitlich, zeigt keine Risse und wird während der Bauzeit nicht beschädigt.
Worin unterscheiden sich die Oberflächenqualitäten von Brettsperrholz?
Das Merkblatt unterscheidet drei Oberflächenqualitäten. Die Nicht-Sicht-Qualität ist für bekleidete Flächen: Die Oberfläche ist egalisiert, Fugen bis 6 mm, andere Holzarten können beigemischt sein. Die Industrie-Sicht-Qualität ist gehobelt oder geschliffen, aus einer Holzart, mit Fugen bis 4 mm. Die Wohn-Sicht-Qualität stellt die strengsten Anforderungen: Fugen bis 2 mm, ausgebesserte dunkle oder ausgefallene Äste, Verfärbungen bis 5 %.
Hersteller können zusätzlich eigene Oberflächenkategorien haben. Ohne besondere Vereinbarung wird die einfachste Qualität geliefert – deshalb müssen Sichtflächen in der Planung und in der Bestellung festgelegt werden.
Was ist eine Harzgalle, und warum ist sie im Wohnraum unerwünscht?
Eine Harzgalle ist ein mit Harz gefüllter Hohlraum, der in Fichtenholz natürlich vorkommt. Die Festigkeit beeinflusst sie nicht; nach dem Merkblatt ist sie in Nicht-Sicht- und Industrie-Sicht-Qualität zulässig, in Wohn-Sicht-Qualität aber nur in kleiner Grösse – bis 5 × 50 mm –, grössere bessert der Hersteller aus.
Viele wünschen sich auch im Wohnraum eine Industrie-Sicht-Oberfläche. Nach unserer Erfahrung kann dort bei Wärme Harz aus den Harzgallen austreten und abtropfen – im Wohnraum ist das keine gute Lösung.
Eine gute Alternative ist Brettsperrholz in Nicht-Sicht-Qualität, mit einer Dreischichtplatte bekleidet – siehe die Frage zur sichtbaren Brettsperrholzoberfläche.
Müssen sichtbare Brettsperrholzwände innen gestrichen werden?
Nein, das ist nicht nötig. Unbehandeltes Holz ist eine natürliche Oberfläche; mit der Zeit dunkelt es unter Lichteinfluss nach. Wenn Sie das verlangsamen möchten oder eine leichter zu reinigende Oberfläche wünschen, kann Brettsperrholz gebeizt, gestrichen, lackiert oder geölt werden.
Wo der Brandschutz es verlangt, lässt sich die Oberfläche mit einer brandhemmenden Beschichtung schwer entflammbar machen.
Ist es ein Mangel, wenn nach dem Einbau Risse an einer Brettsperrholzwand auftreten?
In der Regel nicht. Während der Bauzeit nehmen vor allem die äusseren Lagen Feuchte auf, die dann in der Nutzung allmählich austrocknet. Dabei entstehen – wie bei jedem Vollholzprodukt – Schwindrisse; nach dem Merkblatt sind sie Merkmale des Produkts und nicht vermeidbar. Auch Klebefugen und Keilzinkungen gelten nicht als Mangel.
Am besten lassen sich Risse durch schrittweises Austrocknen mindern: In der ersten Heizperiode langsam heizen und regelmässig lüften. Ist ein Riss ungewöhnlich gross, holen Sie die Meinung einer Statikerin oder eines Statikers ein. Wenn Sie auf der Sichtfläche gar keine Risse sehen möchten, ist Brettsperrholz in Nicht-Sicht-Qualität mit einer Dreischichtplatte eine gute Lösung (siehe die Frage zur sichtbaren Brettsperrholzoberfläche).