Der heutige Holzbau arbeitet nicht einfach mit «Holz», sondern mit Holzwerkstoffen und Ingenieurholzprodukten. Sie werden industriell aus Holz hergestellt – durch Sortieren, Trocknen, Keilzinken und Verkleben. Das Ergebnis ist fester, homogener und formstabiler als gewöhnliches Schnittholz – diese Produkte haben die heutigen mehrgeschossigen Holzbauten erst möglich gemacht. Im Folgenden geben wir einen Überblick über die wichtigsten; jedes hat eine eigene Seite mit Aufbau, technischen Daten, üblichen Abmessungen und Einsatzbereichen.
Warum sind Ingenieurholzprodukte besser?
- Homogener. Die natürlichen Unregelmässigkeiten des Holzes werden ausgeglichen, deshalb lässt sich ihre Festigkeit genauer angeben, und die Bemessung ist zuverlässiger.
- Formstabiler. Getrocknet und verklebt quellen und schwinden sie weniger als Vollholz.
- Grösser und tragfähiger. Keilzinkung und Verklebung ermöglichen längere Bauteile, grössere Spannweiten und höhere Tragfähigkeit.
- Nachgewiesene Qualität. In der EU dürfen nur Produkte mit nachgewiesener Eignung eingebaut werden: Ihre Eigenschaften legen europäische Produktnormen oder Europäische Technische Bewertungen (ETA) fest.
Was alle Holzwerkstoffe gemeinsam haben
- Gute Wärmedämmung. Die Wärmeleitfähigkeit von Nadelholz beträgt 0,13 W/mK – die von Ziegel 0,44, von Beton 1,8.
- Berechenbar im Brandfall. Holz und die meisten Holzwerkstoffe haben die Brandverhaltensklasse D-s2, d0; der Feuerwiderstand des Tragwerks lässt sich über den Abbrand berechnen.
- Sie speichern Kohlenstoff. Ein Kubikmeter Nadelholz speichert etwa 215–222 kg Kohlenstoff – das entspricht etwa 800 kg Kohlendioxid.