Brettsperrholz – abgekürzt BSP, international CLT (cross-laminated timber), auch X-Lam oder Kreuzlagenholz – ist eine grossformatige, massive Holzplatte aus kreuzweise aufeinander verklebten Brettlagen. Daraus entstehen Wände, Decken und Dächer eines Gebäudes. Auf dieser Seite fassen wir zusammen, wie es aufgebaut ist, was es besonders macht und wo es am besten eingesetzt wird.
Wie ist es aufgebaut?
- Gekreuzte Lagen. Die Brettlagen verlaufen rechtwinklig zueinander. Ein Element besteht meist aus 3–11 Lagen und ist in der Regel 60–400 mm dick.
- Immer eine ungerade Lagenzahl. Dank des symmetrischen Aufbaus verzieht sich das Element nicht.
- Aus Nadelholz. Meist aus Fichte, Tanne oder Kiefer; für eine dekorative oder härtere Decklage auch aus Eiche oder Birke.
- Auch luftdicht. Werden die Bretter der Decklage auch an den Schmalseiten verklebt, ist das Element luft- und rauchdicht – das verbessert auch den Feuerwiderstand.
Was macht es besonders?
Formstabil. Holz quillt und schwindet, wenn sich seine Feuchte ändert. Die gekreuzten Lagen verhindern das weitgehend, sodass ein Brettsperrholzelement seine Abmessungen behält.
Homogen. Der verklebte, gekreuzte Aufbau gleicht die natürlichen Unregelmässigkeiten des Holzes aus – das Verhalten des Elements lässt sich zuverlässig berechnen.
In zwei Richtungen tragend. Eine Brettsperrholzdecke hat eine Haupt- und eine Nebentragrichtung. Deshalb kann sie in zwei Richtungen auskragen und auch punktuell, auf Stützen, gelagert werden – mit Balkendecken geht das nicht.
Aussteifend. Eine Brettsperrholzwand nimmt in ihrer Ebene auch horizontale Kräfte – Wind und Erdbeben – gut auf, und gut verbundene Decken wirken als steife Scheiben. So eignet sich Brettsperrholz auch zur Aussteifung mehrgeschossiger Gebäude.
Wie kommt es ins Gebäude?
Die Elemente erhalten im Werk, auf Grundlage des 3D-Modells, ihre endgültigen Abmessungen – mitsamt Öffnungen und Durchbrüchen. Ein Fenster oder eine Tür lässt sich ohne Sturz ausschneiden, wenn sie weit genug vom Elementrand entfernt ist. Wände kommen meist als geschosshohe Elemente auf die Baustelle, wo sie mit einfachen Verbindungsmitteln, etwa schräg eingedrehten Schrauben, rasch montiert werden.
Die Grösse der Elemente ist im Prinzip fast unbegrenzt; in der Praxis setzen Produktion und Transport die Grenzen: Deckenelemente zum Beispiel können bis zu 4 Meter breit und 22 Meter lang sein. Die genauen Formate unterscheiden sich je nach Hersteller – das sollte man schon am Anfang der Planung berücksichtigen, denn eine gute Plattenaufteilung bedeutet weniger Verschnitt und weniger Stösse.
Wo wird es am besten eingesetzt?
- Wände, Decken, Dächer – in Wohnhäusern, Schulen, Kindergärten, Büros und Hotels.
- Mittlere Spannweiten. Die Stärke einer Holzdecke bestimmt meist nicht die Tragfähigkeit, sondern Schwingung und Durchbiegung. Eine Brettsperrholzdecke ist ideal für mittlere Spannweiten; für grössere Spannweiten kann eine Holz-Beton-Verbunddecke oder eine Kastendecke die bessere Wahl sein.
- Erweiterungen und Aufstockungen. Mit leichten, vorgefertigten Elementen lässt sich schnell und mit wenig Störung bauen – mehr dazu in unserem Artikel Warum mit Brettsperrholz bauen?.
Wo Brettsperrholz in einem Gebäude am besten passt und wo es sich lohnt, es mit einer anderen Konstruktion – etwa einem Skelett aus Brettschichtholz – zu kombinieren, vergleichen wir im Konzept. Hier finden Sie einen Überblick über die Holzwerkstoffe.
Kohlendioxid
Ein Baum bindet beim Wachsen Kohlenstoff, der im verbauten Holz gespeichert bleibt; die Menge lässt sich nach EN 16449 berechnen. Massive Brettsperrholzdecken speichern wegen ihrer grösseren Masse mehr Kohlenstoff als leichte Holzdecken. Wie sich das in der neuen, verpflichtenden CO₂-Bilanzierung in der EU niederschlägt, beschreiben wir in unserem Artikel zur EPBD.
Normen
- EN 16351:2021 – die europäische Produktnorm für Brettsperrholz: Anforderungen, Prüfung und Zertifizierung.
- EN 1995-1-1:2025 – der neue Eurocode 5, in dem die Bemessung von Brettsperrholz erstmals geregelt ist; über die Umstellung schreiben wir in diesem Artikel.
Brettsperrholz ist keine neue Erfindung: 1998 wurden in Deutschland und Österreich die ersten Brettsperrholzprodukte zugelassen – ein Wendepunkt im modernen Holzbau.
Wie wir Sie unterstützen
Wir planen Brettsperrholzkonstruktionen herstellerunabhängig: Schon bei der ersten Skizze zeigen wir Ihnen Spannweiten und Deckenstärken, berechnen das Tragwerk und erstellen die Werkplanung für jedes Element.