Konstruktionsvollholz (KVH)
Konstruktionsvollholz (KVH): Herstellung, C24, 15 ± 3 % Holzfeuchte, übliche Querschnitte und Längen, Norm und Einsatzbereiche.
keilgezinktes Vollholz
Getrocknetes, nach Festigkeit und Aussehen sortiertes Konstruktionsholz. Fehlerhafte Stellen werden herausgeschnitten und die Stücke mit Keilzinkung – einer gezahnten, verklebten Verbindung – verbunden, so entstehen Bauteile beliebiger Länge in gleichmässiger Qualität.
Wie wird es hergestellt?
Der Stamm wird am Mark aufgetrennt, das Holz technisch auf 15 ± 3 % Feuchte getrocknet. Fehlerhafte Stellen – etwa grosse Äste – werden herausgeschnitten, die Stücke keilgezinkt, zuletzt wird die Oberfläche gehobelt und die Kanten werden gefast.
Es gibt zwei Qualitäten: für sichtbare (Si) und nicht sichtbare (NSi) Verwendung. Bei Sichtqualität sind die Rissbreiten strenger begrenzt, die Oberfläche ist gehobelt; die Masshaltigkeit entspricht bei beiden Klasse 2 nach EN 336.
Technische Trocknung – warum ist sie wichtig?
KVH wird in der Trockenkammer technisch auf 15 ± 3 % Feuchte getrocknet. Nach dem Einbau trocknet es kaum noch nach, deshalb treten deutlich weniger Risse, Verkrümmungen und Verdrehungen auf – der Balken behält Mass und Form.
Die Trocknung dauert mindestens 48 Stunden bei über 55 °C. Deshalb ist die Gefahr von Insektenbefall unbedeutend: Im Innenbereich, im Trockenen, ist kein chemischer Holzschutz nötig – nach der deutschen Holzschutznorm ist er ohne Grund nicht einmal zulässig.
Vorfertigung: der Abbund erfolgt mit CNC
Formstabiles, getrocknetes Holz macht den maschinellen Abbund möglich. Die Konstruktion wird in 3D geplant, die Daten gehen direkt an eine CNC-gesteuerte Abbundmaschine, die jedes Bauteil einzeln sägt, fräst und bohrt: Schrägschnitte, traditionelle Zimmermannsverbindungen wie Schwalbenschwänze und Schlitze für Stahlbleche.
Balken, Sparren und Ständer kommen millimetergenau und in der richtigen Reihenfolge auf die Baustelle, wo sie nur noch montiert werden. Wand-, Decken- und Dachelemente können sogar vollständig im Werk, wettergeschützt, gefertigt werden – das bedeutet eine kürzere und genauere Montage vor Ort.
Technische Daten
- Aufbau
- am Mark aufgetrenntes, auf 15 ± 3 % Feuchte getrocknetes Holz, Fehler herausgeschnitten, keilgezinkt
- Rohstoff
- meist Fichte und Tanne; auf Anfrage Kiefer, Lärche oder Douglasie
- Festigkeit
- C24 (Biegefestigkeit 24 N/mm²)
- Rohdichte
- je nach Holzart – Fichte 440–470 kg/m³
- Klebstoff
- PUR oder MUF, nur in den Keilzinkungen (ca. 0,5 kg/m³)
- Übliche Abmessungen
- Breite 60–140 mm, Höhe 100–240 mm; Lagerlängen bis 13 m, länger auf Anfrage
- Norm
- EN 15497 (keilgezinkt), EN 14081-1
- Wofür?
- Wand-, Decken- und Dachkonstruktionen, Skelettbauten
| Breite \ Höhe (mm) | 100 | 120 | 140 | 160 | 180 | 200 | 220 | 240 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 60 | ● | ● | ● | ● | ● | ● | ● | ● |
| 80 | ● | ● | ● | ● | ● | ● | ||
| 100 | ● | ● | ● | ● | ||||
| 120 | ● | ● | ● | ● | ||||
| 140 | ● |
● ab Lager sofort verfügbar. Lagerlängen bis 13 m; andere Holzarten, Sichtqualität und andere Festigkeitsklassen auf Anfrage.
Einsatzbereiche
- Ständer von Holzrahmenwänden, Deckenbalken, Sparren
- sichtbare Konstruktionen – die Anforderungen gelten für Mass- und Formhaltigkeit, Risse und Oberfläche
- ergänzende Bauteile in Brettsperrholzbauten, etwa Stürze und Wandabschnitte in Holzrahmenbauweise
Worauf achten?
- Nach der deutschen Holzschutznorm (DIN 68800) darf keilgezinktes KVH nicht bewittert eingesetzt werden.
- KVH wird nicht breiter als 140 mm hergestellt, weil sich dickes Holz nicht gleichmässig trocknen lässt – breitere Querschnitte erfordern Duo- oder Triobalken oder Brettschichtholz.
- Für sichtbare Konstruktionen bestellen Sie die Sichtqualität (Si).