OSB-Platten
OSB-Platten: Klassen OSB/1–OSB/4 nach EN 300, Festigkeit, übliche Dicken und Formate und worauf als aussteifende Beplankung zu achten ist.
englisch: oriented strand board
Eine aus dünnen, länglichen Spänen (Strands) gepresste Platte, deren Spanrichtung von Schicht zu Schicht wechselt. Wie Sperrholz ist ihre Festigkeit deshalb richtungsabhängig, und sie ist zwei- bis dreimal so fest wie herkömmliche Spanplatte.
Wie wird es hergestellt?
Die länglichen Späne werden in drei Schichten mit wechselnder Richtung gestreut und mit PF-, MUF- oder PMDI-Klebstoff zur Platte verpresst. Wegen des hohen Klebstoffanteils ist OSB relativ dampfdicht – mit sorgfältig abgedichteten Stössen kann sie auch luftdichte, dampfbremsende Schicht sein.
EN 300 unterscheidet vier Klassen: OSB/1 ist nicht tragend, für trockene Innenbereiche; OSB/2 tragend im Trockenbereich; OSB/3 tragend auch im Feuchtbereich; OSB/4 für hohe Beanspruchung.
OSB mit Nut und Feder und Feuchteschutz
Für Böden sowie Decken- und Dachbeplankungen gibt es auch Platten mit Nut und Feder, meist 2500 × 675 oder 6250 × 675 mm.
Feuchtetechnisch ist OSB dampfbremsend, aber nicht dampfsperrend. Nach dem genormten Bemessungswert (EN ISO 10456) beträgt die Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl μ = 50 (trocken) / 30 (feucht), damit liegt die diffusionsäquivalente Luftschichtdicke (sd) einer 18-mm-Platte nur bei etwa 0,5–0,9 m. Herstellerwerte können davon abweichen – den genauen Wert gibt das Produktdatenblatt an, und die feuchtetechnische Eignung des Aufbaus ist rechnerisch nachzuweisen.
Als Luftdichtheitsschicht lässt sich die Platte auch innen einsetzen, wenn alle Stösse und Anschlüsse sorgfältig abgedichtet werden (zum Beispiel mit Klebeband). Eine Nut-Feder-Verbindung allein ist nicht luftdicht, und nicht jedes OSB-Produkt eignet sich als luftdichte Fläche – das muss der Hersteller nachweisen.
Technische Daten
- Aufbau
- dünne, längliche Späne in drei Schichten mit wechselnder Richtung
- Rohstoff
- Kiefer, Douglasie, Pappel und andere Holzarten
- Festigkeit
- Biegefestigkeit in Hauptrichtung 14–30, quer 7–16 N/mm²
- Rohdichte
- 550–650 kg/m³
- Klebstoff
- PF, MUF oder PMDI
- Übliche Abmessungen
- Dicke 12, 15, 18, 22, 25 mm; Platte 2500 × 1250 oder 2800 × 1250 mm, mit Nut und Feder 2500 × 675 mm
- Norm
- EN 300 (OSB/1–OSB/4), EN 13986
- Wofür?
- aussteifende Beplankung, tragende Wände, Stege von Stegträgern
| Ausführung | Format (mm) | Dicke (mm) |
|---|---|---|
| stumpfe Kante | 2500 × 1250, 2650 × 1250, 2800 × 1250, 3000 × 1250 | 12, 15, 18, 22, 25, 30 |
| Nut und Feder | 2500 × 675, 6250 × 675 | nach Herstellersortiment |
Nach dem Händlersortiment; die genauen Abmessungen gibt der Hersteller an.
Einsatzbereiche
- tragende und aussteifende Beplankung von Wänden, Decken, Dächern und Kastenelementen
- Stege von Stegträgern
- Unterboden und Bodenplatten, Schalung, Innenausbau
Worauf achten?
- Die Klasse ist nach dem Einsatzort zu wählen: Im Feuchtbereich braucht es mindestens OSB/3.
- Aussen nur mit Witterungsschutz verwendbar.
- Die Festigkeit ist richtungsabhängig: In Hauptrichtung ist sie doppelt so hoch wie quer – die Platte ist mit der Hauptrichtung quer zu den Auflagern zu verlegen.