Auf unserer Website zeigen wir, wie viel Kohlendioxid in dem Holz gespeichert ist, das in die von uns geplanten Gebäude eingebaut wurde. In diesem Artikel beschreiben wir genau, wie wir das berechnen – damit die Zahl nachvollziehbar ist.

Was zeigt die Zahl – und was nicht?

Ein Baum entzieht beim Wachsen der Luft Kohlendioxid und baut den Kohlenstoff in sein eigenes Material ein. Solange das Holz im Gebäude ist, bleibt dieser Kohlenstoff dort. Die Zahl zeigt diese gespeicherte Menge, umgerechnet in Kohlendioxid.

Sie zeigt nicht, wie viel Emission gegenüber einer anderen Konstruktion «eingespart» wurde. Das lässt sich nur mit einer Ökobilanz (EN 15978) bestimmen, weil dafür ein Vergleichsgebäude nötig ist – mehr dazu in unserem Artikel zur EPBD. Auch die Emissionen aus Herstellung und Transport ziehen wir nicht ab.

Die Formel

Die Berechnung erfolgt nach der europäischen Norm EN 16449:

CO₂ = 44/12 × cf × ρω × V / (1 + ω/100)

Zeichen Bedeutung Von uns verwendeter Wert
44/12 Verhältnis der molaren Massen von Kohlendioxid und Kohlenstoff 3,67
cf Kohlenstoffanteil des trockenen Holzes 0,5 (Wert der Norm)
ρω Rohdichte des Holzes bei der Holzfeuchte ω 440 kg/m³
ω Holzfeuchte 12 %
V Volumen des eingebauten Holzes aus der Werkplanung, in m³

Bei der Rohdichte rechnen wir vorsichtig: Fichte hat eine Rohdichte von 440–470 kg/m³, wir rechnen mit dem unteren Wert, damit die Zahl eher zu niedrig als zu hoch ist. Gibt die Umweltproduktdeklaration (EPD) des Herstellers in einem Projekt einen anderen Wert an, verwenden wir diesen.

Mit diesen Werten speichert 1 m³ verbautes Nadelholz etwa 720 kg Kohlendioxid: 3,67 × 0,5 × 440 / 1,12 ≈ 720 kg.

Was rechnen wir ein?

  • Das von uns im Projekt geplante Konstruktionsholz: Brettsperrholz, Brettschichtholz und anderes Bauholz.
  • Das genaue Volumen: nach dem Materialauszug, der elementweise aus dem 3D-Modell der Werkplanung gewonnen wird.
  • Nur eingebaute oder im Einbau befindliche Elemente: Die Zahl bezieht sich auf realisierte Projekte und Projekte im Bau.

Ein Beispiel: Das Holz eines Hauses aus 100 m³ Brettsperrholz speichert nach der obigen Formel etwa 72 Tonnen Kohlendioxid.

Wie lange bleibt der Kohlenstoff gespeichert?

Solange das Holz im Gebäude ist. Wird das Holz nach dem Rückbau verbrannt, wird der Kohlenstoff freigesetzt; wird es dagegen weiterverwendet – etwa als Möbelplatte oder anderes Produkt –, bleibt er weiter gespeichert. Auch deshalb ist es wichtig, dass die Konstruktion rückbaubar und die Elemente wiederverwendbar sind.

Wie wird die Zahl aktualisiert?

Die Daten jedes Projekts führen wir in einem gemeinsamen Register: das Holzvolumen, die geplante Brettsperrholzfläche und die Anzahl der erstellten Werkpläne. Bei jedem neuen Projekt werden die Zahlen daraus aktualisiert.

Warum ist das für Sie wichtig?

In der EU muss ab 2028 für Neubauten über 1000 m² und ab 2030 für alle Neubauten das Lebenszyklus-Treibhauspotenzial berechnet und im Energieausweis angegeben werden. Die genaue Materialmenge ist dafür eine wichtige Grundlage – wir liefern sie elementweise aus dem Modell der Werkplanung.