Brettsperrholz (CLT) besteht aus Nadelholz-Brettlagen, die kreuzweise, rechtwinklig zueinander verklebt werden. So entstehen grosse, steife Platten, aus denen Wände, Decken und Dächer gebaut werden. Aber warum sollten Sie Brettsperrholz statt herkömmlicher Konstruktionen wählen? Wir haben die wichtigsten Argumente zusammengestellt – und auch, worauf Sie achten sollten.
Leicht – deshalb lässt sich auch dort bauen, wo anderes zu schwer ist
Die Rohdichte von Nadelholz beträgt 450–600 kg pro Kubikmeter, die von Normalbeton 2000–2800 kg. Holz ist also etwa vier- bis fünfmal leichter. Das bedeutet weniger Last auf den Fundamenten und eröffnet neue Möglichkeiten:
- Aufstockungen und Dachausbauten bestehender Gebäude, deren alte Wände und Fundamente nur wenig Zusatzlast tragen;
- Erweiterungen und Umbauten auf engen innerstädtischen Grundstücken, wo leichte, gut transportierbare Elemente viel ausmachen.
Schnelle, trockene und leise Bauweise
Brettsperrholzelemente werden im Werk gefertigt und auf der Baustelle montiert. Es gibt keine Trocknungszeit und keine Schalung: Die Montage ist kurz, die Bauweise trocken, und das Gebäude ist rasch bezugsbereit. In der Stadt bedeutet das auch weniger Lärm, Staub und Verkehrsbehinderung für die Nachbarschaft.
Präzise, weil im Werk gefertigt
Die Elemente werden aus dem 3D-Modell auf computergesteuerten Maschinen gefertigt – mit Öffnungen und Durchbrüchen für die Haustechnik. Was im Plan steht, kommt auf die Baustelle, und vor Ort muss nicht improvisiert werden.
Es speichert Kohlenstoff
Ein Baum bindet beim Wachsen Kohlendioxid, und dieser Kohlenstoff bleibt langfristig im Gebäude gespeichert. Die Menge lässt sich mit einem genormten Verfahren (EN 16449) berechnen. Wie sich das in der neuen, verpflichtenden CO₂-Bilanzierung von Gebäuden in der EU niederschlägt, beschreiben wir in unserem Artikel zur EPBD.
Berechenbar im Brandfall
Holz brennt – aber die an der Oberfläche entstehende Holzkohleschicht schützt den inneren Querschnitt, deshalb lässt sich die Tragfähigkeit auch im Brandfall berechnen. Der neue Eurocode 5 gibt auch für Brettsperrholz ein genormtes Verfahren vor, bis zu einem Feuerwiderstand von 120 Minuten – mehr dazu hier.
Worauf achten?
Brettsperrholz ist ein grossartiger Baustoff, aber für ein gutes Ergebnis braucht es sorgfältige Planung:
- Feuchte während der Bauzeit. Die eingebauten Elemente müssen während der Montage vor Feuchte geschützt werden – das planen wir zusammen mit Produktion und Montagereihenfolge.
- Schallschutz. Decken erreichen den geforderten Schallschutz mit einem mehrschichtigen Aufbau – Estrich und Trittschalldämmung; die Bemessung übernimmt unser Partnerbüro.
- Brandschutz. Den Feuerwiderstand weisen wir rechnerisch nach, die Brandschutzplanung erstellen wir mit einem Partnerbüro, das Brettsperrholz kennt.
- Treppenhaus und Liftschacht. Ein Stahlbetonkern kann den Bau verlangsamen und wird mit anderer Genauigkeit gebaut – es lohnt sich, schon im Konzept zu entscheiden, woraus er besteht.
- Sichtoberflächen. Brettsperrholz ist ein tragendes Bauteil, keine Möbelplatte: Die Elementstösse sind sichtbar, und Schwindrisse können auftreten. Wenn Sie eine Oberfläche in Möbelqualität wünschen, gibt es auch dafür eine Lösung – mehr dazu in den Häufigen Fragen.
- Die richtige Konstruktion am richtigen Ort. Nicht jeder Gebäudeteil ist in Brettsperrholz ideal. Wo es am besten passt und wo eine andere Konstruktion besser ist, vergleichen wir im Konzept.
Wie wir Sie unterstützen
Schon bei der ersten Skizze zeigen wir Ihnen, was Brettsperrholz in Ihrem Gebäude leisten kann: Spannweiten, Deckenstärken, Kosten. Wir berechnen das Tragwerk, erstellen die Werkplanung für jedes Element und sind auch bei der Montage dabei – herstellerunabhängig.